Ausstellung FUTUREPROOF

FUTUREPROOF - Ein Dialog über Zukunft und Spekulation

Futureproof_Nurgenc

Künstler*innen: Kirstin Burckhardt, Desiree Ding, Mark Gens, Judith Kisner, Ben Nurgenç, Thomas Pfeffer, Pranjal Trivedi
Künstlerische Leitung: Ben Nurgenç
Kuratorin: Anthi Argyriou
Grafik: André Offenhammer

FUTUREPROOF ist eine interdisziplinäres Ausstellungsprojekt mit fünf Künstler*innen, einer Kuratorin und zwei Wissenschaftlern, das vom 23. bis 31. Juli im Kraftwerk Bille zu Gast sein wird. Die Ausstellung zeigt Werke aus Malerei, Skulptur, Video, Sound, Collage und KI, ein skurriles Labor und Beispiele wissenschaftlicher Arbeit über das frühe und zukünftige Universum.
Wenn jemand behauptet hätte, dass eine Pandemie drohte, die alles was wir kannten grundlegend verändern würde, dann hätten wir darin eine dystopische Science-Fiction-Erzählung gesehen. Als wir vor fast drei Jahren mit diesem Projekt begannen, hätten wir so eine Behauptung als künstlerische Idee in unser Projekt eingeflochten.

Doch wie so oft ist die Realität manchmal absurder als Fiktion. So wurde FUTUREPROOF mehrmals verschoben, zog sich in die Länge und wurde mit verschiedenen Formaten, Medien, Plattformen, Teilnehmer*innen, Zeitplänen, Zeitzonen, Online-Meeting-Apps und Projektmanagementplänen transformiert.

Unsere ursprüngliche Fragestellung ist heute vielleicht noch aktueller als zu Beginn des Projekts: Wie prägt die Technologie unsere Wahrnehmung der Welt und der Menschheit? Auf welche Weise verändern dieses neue Zeitalter unsere Vorstellungen von Zeit, Raum, Subjektivität, Handlungsfähigkeit und kreativem Prozess? Wer und was könnte bald überflüssig werden und was wird sich als zukunftssicher erweisen?

Judith Kisner entwirft in ihren Malereien karikaturhafte, diskreditierte und mit Palmen bevölkerte Wiedergaben paradiesischer Reiseziele, die so häufig in der Werbung unserer Zeit zu finden sind; Mark Gens durchforstet das riesige Archiv des menschlichen Imaginären in Vergangenheit und Gegenwart, um sich Bilder von Gewalt und Absurdität einer mediengesättigten Welt wieder anzueignen; Ben Nurgenç testet generative neuronale Netze zur Erzeugung künstlerischer Arbeiten und schlägt lebende (Pilz-)Skulpturen als Kooperationspartner vor; Desiree Ding erforscht die Macht von Objekten und bewegten Bildern als zukunftssichere Erinnerungsstücke unserer Zeit im Kontext kultureller Veränderung in China; Kirstin Burckhardt, die auf ihren Hintergrund der Psychotherapie zurückgreift, beleuchtet die Poetik des Körpers und der Sprache als Kommunikation und Verankerung in der Welt; der Neurowissenschaftler Thomas Pfeffer nutzt seine Auseinandersetzung von Computersimulationen aus seinem Fachgebiet um mit Algorithmen Bilder zu schaffen und der Astrophysiker Pranjal Trivedi präsentiert Teile seiner Forschung über die Entstehung unseres Universums und unserer Zeit als vielschichtige Videoarbeit.

In dieser Ausstellung gehen wir nicht davon aus, dass Kunst, Theorie und Wissenschaft drei verschiedene und manchmal gegensätzliche Bereiche des Wissens und des menschlichen Intellekts sind. Im Gegenteil erkunden wir die Durchlässigkeit der Grenzen zwischen ihnen; eine Überschneidungen liegt nicht nur in unserer Auseinandersetzung mit alternativen Zukünften, sondern auch in unserem gemeinsamen Gebrauch von Spekulation und Experiment als Mittel künstlerischen, theoretischen und wissenschaftlichen Ausdrucks. Wenn man davon ausgehen würde, dass die Naturwissenschaften nur auf der Grundlage von Fakten basieren um seriöse Formen des Wissens und unbestreitbare Wahrheiten zu produzieren und dass der künstlerische Ausdruck nur der Phantasie, dem Vergnügen und als Ware dient, dann schlägt dieses Projekt vor solche epistemischen Postulate neu zu konfigurieren. Wenn es um die Zukunft geht gilt dies umso mehr. Es stellt sich die Frage auf welche Weise und zu welchem Preis "wir" diese unwirkliche Gegenwart überleben wollen. Denn wenn eine Sache in den letzten drei Jahren für uns klar geworden ist, bezogen auf diese Ausstellung und auf unsere Lebensrealitäten, ist es die Gewissheit, dass die Dinge nicht so sind, wie sie zu sein scheinen, und dass die Dinge nicht ewig so sein müssen, wie sie sind.

Programm:

Eröffnung: 23.Juli, 2022 18 Uhr
Ort: Kraftwerk Bille, Zählerwerk 3.Og, Bullerdeich 12-14, 20537 Hamburg
Laufzeit: 24.-31. Juli 2022
Öffnungszeiten: Täglich 16-20 Uhr
Artist Talk: 23. Juli, 19:30 Uhr

Links:

Instagram: @futureproof_exhibition

Mit freundlicher Unterstützung der

Hamburgischen Kulturstiftung
Claussen-Simon-Stiftung
Behörde für Kultur und Medien Hamburg

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