Veranstaltungen

Montag, 2. November 2020

Nils Mohl: Unfreiheit ist eine dicke Robbe an Land

Schauspielhaus, Foto: Marie Petzold
 
Im April 2020 startete das Projekt "Grenzen überwinden – auf der Suche nach Freiheit" des Deutschen Schauspielhauses. Per Zoomkonferenzen diskutierten die Jugendlichen über persönliche Freiheiten und Grenzen, schrieben Texte und drehten Videos. Auf Grundlage dieser digitalen Treffen entstand "Unfreiheit ist eine dicke Robbe an Land". Es erzählt die Geschichte von Figuren, die ihren festgeschriebenen Rollen entfliehen wollen und Charakteren, die in ihren Geschichten nicht mehr gebraucht werden. An einem geheimen Ort treffen die Aktivist*innen und Ausgemusterten unfreiwillig aufeinander und stehen nun vor einer wichtigen Entscheidung: Wagen sie den Sprung durch die Drehtüren in die lang ersehnte Freiheit? Ernste Zweifel kommen auf: Können sie der Unfreiheit je entkommen? Wollen sie das überhaupt? Und wo bleibt nur der Arzt?

Leitung | Frederic Lilje, Gesche Lundbeck, Marie Petzold
Ausstattung | Marion Schindler
Foto | Lilli Pape
 
Aufführungen am 02., 04., 05. und 06.11.2020, jeweils um 19 Uhr
Kraftwerk Bille, Bullerdeich 12, 20537 Hamburg
Tickets unter: marie.petzold@schauspielhaus.de

Das Projekt wird von der Vertical Stiftung gefördert.
 
Mehr Infos unter schauspielhaus.de
Mittwoch, 4. November 2020

Daniel Dominguez Teruel: LOVESONG

Love Song Dominguez

Ist die deutsche Nationalhymne zu ersetzen?

Durch den letzten, schnell verstummten Aktualisierungsversuch des Textes (2018), zeigte sich eine weitergehende Problematik, die der Nationalhymne anhaftet. Denn nicht allein der Text, auch die Melodie hat sich tief in das kollektive Gedächtnis Deutschlands eingeschrieben. Während die als Nationalhymne geltende Strophe im Laufe der Geschichte immer wieder wechselte, blieb die Melodie beständig.

Mit LOVESONG spürt der Komponist Daniel Dominguez Teruel in einem Konzert der Melodie nach und thematisiert die gesellschaftliche Überforderung im Umgang mit der Hymne. Gemeinsam mit Musiker*innen und den deutschen Meister*innen im Fahnenschwingen transformiert er die deutsche Nationalhymne von der Melodie ausgehend, verschiebt sie harmonisch, überlagert und verwebt sie mit zeitgenössischer Pop-Musik, Barockposaunen und elektronischen Gesängen. Die Kesselhalle des ehemaligen Hamburger Kraftwerk Bille (1901) – Industriedenkmal der Moderne und Ruine des Zweiten Weltkrieges – wird dabei zum meditativen Klangkörper. Nach Requiem for Architecture, das 2019 in der Elbphilharmonie aufgeführt wurde, setzt Daniel Dominguez Teruel mit LOVESONG seine künstlerische Auseinandersetzung mit der deutschen Nationalhymne fort.

Konzept, Musik, Künstlerische Leitung |Daniel Dominguez Teruel
Musik | Mona Steinwidder, Nour Eddin, Homero Alonso Langbein, Lilli Pätzold, Juan González Martínez, Alexandra Mikheeva, Dalton Harris
Choreografie | Fahnenschwinger Konstanz: Hans Konrad, Trinh Vo, Lisa Schlaich, Gerhard Schlaich

04.– 08.11.2020, jeweils 20 Uhr
Kesselhalle des Kraftwerk Bille, Anton-Ree-Weg 50, 20537 Hamburg
Tickets und mehr Infos unter love-song.eu

LOVESONG wird vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Behörde für Kultur und Medien Hamburg gefördert.

Freitag, 27. November 2020

Alicia Geugelin/Elise Schobeß: Requiem für eine Illusion

Ein begehbares Figurenkabinett nach J. Genet und W.A. Mozart

Letycia Rossi, Geugelin: Requiem für eine Illusion

E
in Labyrinth aus Kammern und Winkeln entfaltet sich vor uns und wir tauchen ein in das Gedankenlabor Jean Genets, des literarischen Enfant terrible des Frankreichs der 50er-Jahre. Wir begegnen den Figuren seiner Dramen und der Verbildlichung ihrer Sehnsucht: nach Macht, Wirksamkeit und Anerkennung. Jede Robe, jede Uniform ist mit gesellschaftlichem Status aufgeladen und lädt ein zum Spiel mit Macht. Mozarts Requiem steckt ihnen dabei den Weg ab, um zwischen Fatalismus und Ausbruchsfantasien die eigene Rolle konsequent zu vollenden. Als Illusionen entlarvt, bleiben jene Bilder, Rollen und Rituale dennoch radikal wirkmächtig und damit so unsterblich wie das anarchische Gelächter, das sie begleitet.

Regie | Alicia Geugelin
Dramaturgie | Elise Schobeß
Raum | Letycia Rossi, Anja Cambria
Kostüm | Pia Preuß
Komposition | Steven Tonato
Multimediakomposition | Dong Zhou
Musikalische Leitung| Martin Schneekloth
Licht | Simon Salem Müller
Gestaltung Innenräume | Jana Beckmann, Benthe Schneekloth, Benthe Heyer, Kira Carstensen
Kostümassitenz | Meret Zürcher, Julia Koettritsch
Produktionsleitung, Regieassistenz | Natalja Starosta
Titelfoto | Letycia Rossi

Darsteller*innen | Amanda Babaeira Viera, Ben Boresch, César Guiterres, Constanze Hosemann, Issiaka Moussa, Joël Vuik, Lisa Schmalz, Lukas Anton, Meryem Ebru Öz, Pia Davila, Wiebke Kruse
Instrumentalist*innen | Anna Neubert, Chris Lüers, Daniel Molina, Juliette Sérrie, Till Mannes

27. und 28.11.2020, 19.30 Uhr und 29.11., 18.00 Uhr
Zählerwerk im Kraftwerk Bille, Bullerdeich 14a
Tickets unter eventim.com

Mehr Infos und  aliciageugelin.de

Vergangene Veranstaltungen

Freitag, 16. Oktober 2020

Josephin Böttger: Chains of Mania

Chains of Mania von Josephin Böttger, Foto: Willie Schumann

Chains of Mania von Josephin Böttger, Foto: Willie Schumann

Im neuen Werk „Chains of Mania“ der Hamburger Videokünstlerin Josephin Böttger, das in der gigantischen Kesselhalle des Kraftwerks Bille aufgeführt wurde, verschmelzen Architektur, Bild, Klang und Performance zu einem großen mechanistischen Environment, in dem das Kräfteverhältnis Mensch-Maschine ausgelotet wird. Die futuristischen Klänge dazu steuerte, wie in vorangegangenen Produktionen auch, der Hamburger Soundkünstler Felix Kubin bei. Die raumgreifenden Projektionen und ein mehrkanaliges Lautsprechersystem verstärkten die dreidimensionale Wahrnehmung. Mit einem fahrbaren Projektor ließ Josephin Böttger Bildelemente über Wände und Körper gleiten, um die Statik der Architektur aufzulösen. Als zentrale Figur der Aufführung kam eine Live-Performerin (Carolin Jüngst) zum Einsatz, die innerhalb der Bildprojektionen choreografische Handlungsabläufe der Industrieproduktion aufgriff und damit Bezug auf die ehemalige Funktion des Kraftwerks nahm. Böttger sieht in ihr einen weiblichen Don Quijote, der sich im Wahn der Vermessung, Assimilation und Wiederholung verliert. Im Laufe der circa 40-minütigen Aufführung wird ihr Körper in mehrere Kopien aufgespalten, die in der virtuellen Welt ihre Bewegungen fortsetzen, bis die Maschine kollabiert. Als ausgekoppeltes Zahnrad nimmt sie dann ihren Weg in eine andere Richtung auf.

Josephin Böttger | Video/Konzept
Carolin Jüngst | Live Performance
Felix Kubin | Sound
Bernhard Westermann | Kostüm

Willie Schumann | Fotos 

Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg

Mehr Infos unter https://josephinboettger.com/

Chains of Mania, Foto: Josephin Böttger

Dienstag, 8. September 2020

Tag des offenen Denkmals: "After the Factory" im Kraftwerk Bille

Zusammen mit der Stiftung Denkmalpflege lädt das Flexible Flimmern im Rahmen des Tag des offenen Denkmals zu vier besonderen Kinotagen in das Kraftwerk Bille ein. Das mobile Kino inszeniert seit 14 Jahren Filme an passenden Orten. 

Das diesjährige Motto des Denkmaltages lautet „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ Im Jahr 2020 rückt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz damit ein Thema in den Fokus, das alle etwas angeht: Den bewussteren Umgang mit unserem Planeten, seinen Ressourcen und dem eigenen Handeln.

Ballsaal im Zählerwerk

Nachdem das flexible Flimmern vor einigen Jahren bereits in der Trafohalle zu Gast war, wird diesmal im sogenannten Ballsaal im alten Zählerwerk die Flimmertechnik aufgebaut. Gezeigt wird ein Film, der die kreativen und idealistischen Utopien und Projekte von Macher*Innen in Detroit und Lódz vorstellt. Und somit die globale Aufgabe des guten Umgangs mit Denkmälern und deren Umformung in zeitgemäße Nutzungsheimaten.

Termine: 8., 9., 10. und 11. September
Einlass 19:30, Filmbeginn 20:30 Uhr

Zum Film: After the Factory von Philip Lauri 2012 Eng. OF

“Das Schicksal von Lódz, der drittgrößten Stadt Polens, hängt seit dem Untergang der Textilindustrie am seidenen Faden. Und Detroit, die einst boomende Autostadt, pfeift aus dem letzten Loch. Es sind zwei Städte, die knietief in Schwierigkeiten stecken, aber gleichzeitig auch viele Möglichkeiten zum Umbruch, zu einer Neuentwicklung bieten. Das zeigt jetzt der amerikanisch-polnische Film „After the factory“ (…).
Anstatt ein Trauerlied anzustimmen, überrascht der Film mit mutigen, aufrüttelnden Initiativen. Er nimmt die Individuen in den Fokus, wie kreative Unternehmer dem traditionellen Konzept von Wirtschaftswachstum eine Absage erteilen und neuen Schwung und Wandel in die gebeutelten Städte bringen. Die Macher von der Initiative „Detroit lives“ sehen in dem Film eine Möglichkeit, von den völlig entgegengesetzten Kulturen Detroits und Lódz zu lernen. Am Ende werden diese Wegbereiter die Regeln für eine neue Generation entwerfen.”(Baunetz)

Kino trotz Corona: Wegen der einzuhaltenden Regeln und um Ansteckungen oder die Auflösung der Veranstaltung zu vermeiden, bitten wir, folgendes zu beachten:

Pro Vorstellung gibt es abgezählte Plätze (als geschlossene Gesellschaft), um damit die momentan verordneten Abstände einzuhalten. Es wird nach jeder Vorstellung gründlich gelüftet und es gibt einen neuen Einlass.


1. Reservierung und Daten: Es gibt coronabedingt weniger Karten als üblich. Bitte reserviert unter Angabe des Datums, eures vollen Namens/Adresse & Telefonnummer. Bei Begleitungen gebt bitte auch deren Daten komplett an. Diese Daten werden nur für die Reservierung genutzt und 4 Wochen nach der Veranstaltung gelöscht.

Reservierungen ab sofort unter: reservierungen@flexiblesflimmern.de
Kino 12 EUR

2. Masken und Schutz: Bitte tragt unbedingt während des Einlasses und bis ihr Platz nehmt eine Mund-Nasen-Bedeckung. Am Eingang wird Desinfektionsmittel bereitgestellt.

3. Abstand: Draußen wie Drinnen achtet bitte auf auf den üblichen Abstand von 1,50 Meter. 

4. Alkoholfrei: Zur Wahrung der Coronaregeln gibt es ausschließlich nichtalkoholische Getränke. Es wird aber z.B. leckeres alkoholfreies Craftbier aus Hamburg angeboten.

Montag, 27. April 2020

Alexander Schubert: GENESIS - REAL-LIFE COMPUTER GAME

Genesis ist ein reales VR-Computer-Spiel. Ab dem 27.04.2020 kann das Publikum über eine Woche dabei mitwirken ihren eigenen Vorstellungen entsprechend einen Ort, eine Gemeinschaft, eine Welt zu erschaffen. Genesis ist eine soziale Simulation und vereint darin Ideologie und Kritik. In einem maximal freien Setting werden menschliche Avatare gesteuert, um gemeinsam einen Raum zu formen und dessen soziale Komponenten zu gestalten.

Ausgehend von einem leeren virtuellen Raum in einer Industriehalle und einem verfügbaren Materialkontingent wird das Setting über sieben Tage kontinuierlich weiterentwickelt.

Das Publikum ist dazu eingeladen diesen Prozess völlig frei zu gestalten. Es kann aus der Distanz anleiten oder per Videoübertragung zu jedem Zeitpunkt das Geschehen mitverfolgen. Die Teilnahme kann über jeden Browser erfolgen. Jedes Mitwirken hinterlässt eine Spur - und die Summe dieser Änderungen und Interaktionen werden die Gesamtheit der Arbeit ausmachen. Diese zeichnet sich ebenso durch die persönliche Erfahrung des Einzelnen aus, wie durch die Dokumentation des Gesamtverlaufes.

Teilnahme
Um an Genesis teilzunehmen kann man sich online einloggen. Dafür benötigt man einen Laptop mit Mikrofon, Lautsprecher und Internetzugang. Es werden die Browser Chrome und Firefox unterstützt. Im Vorfeld sollten sich die Nutzer im Test-Bereich  anmelden um zu testen, ob Ihr System kompatibel mit Genesis ist.
 
Team:
Alexander Schubert - Concept, Room, Artistic Head
Heinrich Horwitz - Dramaturgy, artistic assistance
Carl Hofmann - Video, artistic assistance
Performers - Carola Schaal, Yana Eva Thönnes, Max Pross, Fabian Oehl
Set Design - Lisa Clemen, Juliette Krauss, Julian Sippel
Jacob Sello - Arm Interface
Luca Befera - Transcription and ethnographic protocol
UI + UX - Christoph Lohse (Büro für Exakte Ästhetik)
Webdevelopment - Dominic Osterried
Documentation - Gerhard Kühne, Christian Frank, Kai Lietzke, Cedric Johanson
 
Dienstag, 31. März 2020

HAUPTSACHE FREI #6 - Feierliche Eröffnung - HAUPTSACHE ONLINE

Leider musste die Eröffnung von Hauptsache Frei im Kraftwerk Bille aufgrund der Vorschriften zur Eindämmung des Corona-Virus ausfallen. Das Team von Hauptsache Frei zeigte unter dem Motto "Hauptsache online" neue Inhalte statt in den Spielstätten online : http://www.hauptsachefrei.de/hauptsache-online/

"Die sechste Ausgabe von Hauptsache Frei wird leider nicht wie geplant durchgeführt werden können. Dennoch möchten wir den Künstler*innen von Hauptsache Frei #6, deren Produktionen nicht auf Bühnen präsentiert werden können, den Expert*innen des Rahmenprogramms, die ihr Wissen nicht in der geplanten Form teilen können, und natürlich unseren Festivalbesucher*innen, eine Plattform für Austausch und Vernetzung ermöglichen."
 
 

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Hamburgs Freie Szene präsentiert sich: dicht und kompakt an fünf Tagen, maximal variantenreich an den unterschiedlichsten Orten - für das Publikum herausfordernd, überraschend und inspirierend gleichermaßen. Die Hochgeschwindigkeitsfahrt durch Genres, Themen und Formen führt an bekannte Orte wie das Lichthof Theater, das Sprechwerk, den Resonanzraum, das Fundus Theater, das Monsun Theater, K3 | Tanzplan Hamburg und Kampnagel, und entdeckt immer wieder auch neue: in diesem Jahr u.a. die Schaltzentrale und das Kraftwerk Bille, das MUT! Theater, der Kunstverein und die Wiese. Ein dichtes Hauptprogramm aus sehr unterschiedlichen Bühnenproduktionen wird flankiert durch die Nachwuchsplattform WE PRESENT. Workshops und Diskurse fordern im umfangreichen Rahmenprogramm zu Austausch und Dialog – weitergeführt werden die Schwerpunkte zu Digitalität in den Darstellenden Künsten und zu Künstlerischer Forschung. Daneben bleibt wie immer genügend Raum zur Vernetzung, zum Gespräch und zum gemeinsamen Feiern.

Infos: hauptsachefrei.de

Dienstag, 31. März | 19:00 | Feierliche Eröffnung von Hauptsache Frei #6 | Kraftwerk Bille

Das Kraftwerk Bille steht für das Innovationspotenzial, das die freien darstellenden Künste für die Hamburger Stadtgesellschaft entfalten können: In dem riesigen Industrie-Ensemble hat z.B. der Hallo: Verein zur Förderung raumöffnender Kultur mit der Schaltzentrale, mit den Hallo: Festspielen, mit Residenzen, Gesprächen, Performances, Ausstellungen, und performativen Führungen gezeigt, wie die imposanten Räumlichkeiten des Areals einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Auch das Festival Hauptsache Frei war im vergangenen Jahr mit WE PRESENT im Kraftwerk zu Gast: Die besonderen Narrative und Formate, die Jetzigkeit und die hohe Flexibilität der freien Produktionen werden hier zu einem Motor der Transformation eines Stadtteils. Die Begleitung und Verhandlung von Transformationsprozessen wird auch in vielen überregionalen Zusammenhängen nicht nur mit vielen Fördergelderhöhungen gewertschätzt, sondern auch mit immer besserer Sichtbarkeit belohnt.

Janina Benduski, Vorstandsvorsitzende des Bundesverband Freie Darstellende Künste, wird darauf in ihrem Grußwort eingehen, weitere Grußworte erwarten wir vom Vorstand des Dachverband freie darstellende Künste Hamburgs, des Trägervereins des Festivals sowie der Behörde für Kultur und Medien. Dann folgen inhaltliche Positionen von Mahmut Canbay, der als Leiter des MUT! Theaters zur Rolle (post-)migrantischer Perspektiven in der Hamburgischen Theaterlandschaft spricht sowie auf die Kuratorin Felizitas Stilleke, die Freundschaft als strukturelles Prinzip eines Kulturbetriebs formuliert und auf den Abgeordneten Johannes Kahrs, der die Wichtigkeit von Räumen und Institutionen in Demokratie und Kulturlandschaft sein wird.

Im Anschluss an die Tanzperformance 2666 freuen wir uns, mit allen gemeinsam den Start von Hauptsache Frei #6 in der Schaltzentrale zu feiern.

2666

Dienstag, 31. März | 20:00-20:40 Uhr | Tanzperformance | Kraftwerk Bille

Konzept, Choreografie und künstlerische Leitung Yolanda Morales Tanz Damini Gairola, Ton Bogataj, Yolanda Morales Komposition und Live-Musik Christopher Ramm Stimme Thordis M. Meyer Dramaturgische Beratung Michelle Affolter, Barbara Schmidt- Rohr Kostüme Simone Ballüer Videodokumentation und Fotografie Daniel Dömölky Mentoring Ursina Tossi

In einer Welt, in der Gewalt systematisiert und normalisiert wird, absolvieren drei Frauen* in einem Setting der Resistenz und Selbstverteidigung ein Überlebenstraining. Wie in einem Videospiel nehmen die drei Tänzer*innen Charakterzüge fiktiver Figuren an und entwickeln Bewegungen, die Algorithmen rhythmischer Wiederholungen und energetischer Variationen gehorchen. Inspiriert vom Roman „2666“ des chilenischen Schriftstellers Roberto Bolaño, der Gewalt gegen Frauen* in Mexiko thematisiert und von der Ästhetik der Arcade Videospiele, ist die Tanzproduktion der Choreografin Yolanda Morales ein Spiel ums Überleben in 2,666 Sekunden. Begleitet von pulsierender elektronischer Musik, getrieben von einer das System repräsentierenden Live-Stimme und von Effekten verzerrten Live-Vocals, entwickeln die Performer*innen spezifische Fähigkeiten der Kontrolle und des Reagierens in einem System, das schwer zu verlassen ist.

Eine Koproduktion von K3 Zentrum für Choreographie I Tanzplan Hamburg im Rahmen von Limited Edition. Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg und die Hamburgische Kulturstiftung.

Yolanda Morales ist Tänzerin und Choreografin. An der Universität Puebla und Chiapas in Mexiko wurde sie zur Tänzerin ausgebildet. Sie studierte Performance Studies (MA) an der Universität Hamburg und DaF an der Universität Leipzig. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit politischen Themen in utopischen und dystopischen Räumen.

 

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Werkschau der HafenCity Universität

Vom 12. bis 15. November luden die Kuratorinnen Johanna Dorn und Olya Wiese, beide Master-Studentinnen der Architektur, zur HCU-Jahresausstellung ein. Studierende präsentierten eine Auswahl ihrer Arbeiten und Projekte, unterstützt wurd die Ausstellung vom waterfront e. V. - Der Förderverein der HafenCity Universität Hamburg.

  HCU-Werkschau    

Fotos: Olya Wiese und Johanna Dorn

Freitag, 29. November 2019

Marcel Große: ALL IN

Einzelausstellung von Marcel Große in seinem Studio im Bullerdeich 14a - Opening | Closing | Studio

Wenn wir den Begriff der Arbeit reflektieren, so finden sich für diesen, unterschiedlichste Beschreibungen u.a in der Betriebwirtschaftslehre, der Philosophie, der Sozialwissenschaften und der Physik. Am Beispiel der Physik wird hier ein Vorgang beschrieben, der die aufgewendete Energie auf einen Körper längs eines Weges beschreibt. Die geleistete Arbeit wird errechnet, als Produkt dieser gerichteten Kraft mit der Wegstrecke. In der Philosophie werden unter diesen Begriffalle bewussten, schöpferischen Prozesse gefasst, die selbstbestimmt durch den handelnden Menschen stattfinden. Doch was hat das mit uns zu tun? Durch den Stoffwechsel oder auch Metabolismus werden chemische Stoffe oder Substrate, aus Nahrungsmitteln in Energie umgeformt und dabei wird bereitsin uns Arbeit verrichtet. Diese potenzielle Energie der geleisteten Arbeit wird zunächst von der Person ausgehend, in den zweiten um uns liegenden Raum übertragen. Dabei kann es sich um Räume unterschiedlichster Art handeln. Aber mit dem Ziel der energetischen Akkumulation und zum Schutz und Erhalt des eigenen Energiesystems. Wenn hier der Körper weiterhin betrachtet wird, so könnte dieser temporäre Überschuss zur Entwicklung von technischen Hüllen gegen Umwelteinflüsse beigetragen haben. In der Folge, konnte ein dritter kommunikativer Raum entstehen, der für die Erweiterung des einen Individuums steht. Diese soziale Plattform oder Fläche bildet die Grundlage zur Reflexion der Gesellschaftlichen veränderlichen Prozesse. Im Narrativ des Energieerhaltungssatzes wird schnell klar, dass sich Energien transformieren und inandere Form übergehen. Wenn es also an einer dieser Stellen zu Verlusten oder einem Überschuss kommt, wird es sich zwangsläufig auf das ganze System auswirken. Denn auch in der Physik wird davon ausgegangen, dass es sich um ein geschlossenes System handelt. Ohne es zu bewerten, zu bedauern, zu ergründen ist alles im Prozess und bedeutet für alle von uns Arbeit.

Öffnungszeiten: 
29.11.2019 ab 19 Uhr, danach nach Vereinbarung

Freitag, 27. September 2019

Die vierte Wand

Ein persisches Stück mit deutschem Übertitel nach Amir Reza Koohestani.

Aufführungen am 27., 28., und 29. September jeweils um 19 Uhr; Einlass ab 18 Uhr. 

 

Samstag, 7. September 2019

Tag des offenen Denkmals 2019: FUTURECORE 2000 - All Beats Are Beautiful

Futurecore 2000_Gloria Höckner

Inspiriert durch die Praxis des Raves, die sich verlassene Orte der Vergangenheit wie alte Fabrikhallen aneignet und durch Musik utopisch auflädt, transformierte die Tanzperformance „Futurecore 2000 – All Beats Are Beautiful“ die 1.955 m² große Kesselhalle des stillgelegten „Kraftwerk Bille“ zu einem Ort posthumanistischer Fiktionen. Das Stück ist eine choreographische Auseinandersetzung mit apokalyptischen sowie utopischen Zukunftsvisionen innerhalb technoider Musikkulturen und darin enthaltenen posthumanistischen Perspektiven auf den Körper. Die Performer_innen Marc Carrera, Gloria Höckner und Su Jin Kim sowie die Soundkünstlerin Zoë McPherson begaben sich in die akustischen Welten von Gabber, die in „Futurecore 2000 – All Beats Are Beautiful“ zu Laboratorien für neue sensorische Räume werden. Das Publikum durchwanderte in der riesigen Kesselhalle des alten Kraftwerks Szenarien, in denen sich humane und nicht-humane Elemente zu immer neuen Formen zusammenschließen, fiktive Welten entstehen lassen oder ihr Ende ankündigen. 

Teaser for "Futurecore 2000 - All Beats Are Beautiful", eine Tanzperformance von Gloria Höckner from Gloria Höckner on Vimeo.

Weitere Info’s auf der Homepage: futurecore.de
Instagram: https://www.instagram.com/futurecore_2000/
Fotos: Jonas Fischer
Teaser: Kamera & Schnitt: Jonas Fischer, Performance: Marc Carrera, Gloria Höckner, Su Jin Kim
 
Die Performance findet im Rahmen des Tags des offenen Denkmals statt. Das gesamte Programm zum Tag des offenen Denkmals Hamburg 2019 finden Sier hier.
 
 
Samstag, 31. August 2019

Katalog-Release Silke Silkeborg: The Inversion of the Starry Sky

 Silke Silkeborg –

Die Hamburger Künstlerin Silke Silkeborg lädt anlässlich der Veröffentlichung Ihres Katalogs "Die Umkehrung des Sternenhimmels" in die Trafohalle des Kraftwerk Bille. Raumdesign und Videoinstallation des Abends stammen von der Hamburger Designerin Sanna Huber.

Katalog-Release Silke Silkeborg
31. August 2019
ab 18 Uhr in der Trafohalle des Kraftwerk Bille
Bullerdeich 12-14, 20537 Hamburg
Raumdesign und Videoinstallation von Sanna Huber
Musik von Finn Joris/Padouc und Julia Romas
 
Silke Silkeborg: Die Umkehrung des Sternenhimmels
144 Seiten 
Texte: Hubertus Gaßner, Ursula Panhans-Bühler, Wollfgang Ullrich
Buchgestaltung: Wigger Bierma
Materialverlag, 2019
Silke Silkeborg –
Samstag, 24. August 2019

Fresh::sounds - silk::road #room_experience 1

Ausgewählte Kulturen der Seidenstraße treffen erneut aufeinander.

Ein besonderer Abend, der alle Sinne beansprucht: dieses Mal mit Fokus auf Indonesiens traditionelle Musik und Instrumente.

Das fresh::sounds - silk::road Projekt, das bis jetzt jährlich im resonanzraum stattgefunden hat, und zuletzt im KörberForum zu Gast war, wandert nun in die weiten Hallen des Kraftwerk Bille.

In diesem Jahr widmet sich die Reihe mit dem Moto „room experience“ dem Thema „Raum“ – der Raum als Aufführungsort und als leibliche Landschaft.

In dem Kraftwerk Bille wird ein Konzert mit Künstler*innen aus verschiedenen Ländern der Seidenstraße stattfinden.
Der Abend beginnt mit dem Auftritt des indonesischen Gamelan Orchesters, das traditionelle Musik und Tänze aus Java vorstellen wird.
Anschließend wird das indonesische Anklung Ensemble der chinesischen Trommel, von der Schlagzeugerin Lin Chen gespielt, gegenübergestellt. Traditionelle Instrumente aus Afghanistan und Iran fusionieren musikalisch mit syrischen Gesang und führen eine Reise entlang der Seidenstraße. Die Zuschauer werden Akteure und Beobachter aus der Ferne: mal auf der einen, mal auf der anderen Seite des Raums.
#indonesien#china#syria#afghanistan#iran

Im Anschluss findet eine Jam Session und Live-Cooking-Performance statt.

24.8.2019 um 19.30 Uhr im Kraftwerk Bille, Treffpunkt: Schaltzentrale

19.30 Uhr (Schaltzentrale)
Gespräch und Einführung

20.00 Uhr (Kraftwerk Bille)
I. Gamelan Musik und Tanz aus Java
Indonesisches Gamelan Ensemble (Hamburg)

II. room_experience #1
Angklung Hamburg Orchestra, Lin Chen - chinesische Trommel,
Rafi Barekzai - Rubab, Mostafa Rah -Tonbak, Nour Aldin- Gesang, Abed Harsony - Oud, Jelena Dabic (Konzept, Künstlerische Leitung)

III. Diarya of a Pigeon – Episode 4: How to kill an Elephant?
Daniel Dominguez Teruel

22.30 Uhr (Schaltzentrale)
IV. Live-cooking-music-performance
Marco Limantara & Carlos Andres Rico alias DJ Arepabahn

mehr infos: www.silkroad-festival.com
Tickets: 10 Euro