Josephin Böttger: Chains of Mania

Chains of Mania von Josephin Böttger, Foto: Willie Schumann

Chains of Mania von Josephin Böttger, Foto: Willie Schumann

Im neuen Werk „Chains of Mania“ der Hamburger Videokünstlerin Josephin Böttger, das in der gigantischen Kesselhalle des Kraftwerks Bille aufgeführt wurde, verschmelzen Architektur, Bild, Klang und Performance zu einem großen mechanistischen Environment, in dem das Kräfteverhältnis Mensch-Maschine ausgelotet wird. Die futuristischen Klänge dazu steuerte, wie in vorangegangenen Produktionen auch, der Hamburger Soundkünstler Felix Kubin bei. Die raumgreifenden Projektionen und ein mehrkanaliges Lautsprechersystem verstärkten die dreidimensionale Wahrnehmung. Mit einem fahrbaren Projektor ließ Josephin Böttger Bildelemente über Wände und Körper gleiten, um die Statik der Architektur aufzulösen. Als zentrale Figur der Aufführung kam eine Live-Performerin (Carolin Jüngst) zum Einsatz, die innerhalb der Bildprojektionen choreografische Handlungsabläufe der Industrieproduktion aufgriff und damit Bezug auf die ehemalige Funktion des Kraftwerks nahm. Böttger sieht in ihr einen weiblichen Don Quijote, der sich im Wahn der Vermessung, Assimilation und Wiederholung verliert. Im Laufe der circa 40-minütigen Aufführung wird ihr Körper in mehrere Kopien aufgespalten, die in der virtuellen Welt ihre Bewegungen fortsetzen, bis die Maschine kollabiert. Als ausgekoppeltes Zahnrad nimmt sie dann ihren Weg in eine andere Richtung auf.

Josephin Böttger | Video/Konzept
Carolin Jüngst | Live Performance
Felix Kubin | Sound
Bernhard Westermann | Kostüm

Willie Schumann | Fotos 

Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg

Mehr Infos unter https://josephinboettger.com/

Chains of Mania, Foto: Josephin Böttger

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