EUROPA – Eine Kunstschau im Kraftwerk Bille

Am 24. Januar wurde die EUROPA-Lichtinstallation eingeweiht – ein Schriftzug aus 33 Neonröhren in ca. 24 Metern Höhe auf dem Kraftwerk Bille. Bis zu den Elbbrücken sichtbar, soll die Lichtinstallation ein wirksames Zeichen für ein geeintes und offenes Europa im öffentlichen Raum setzen.

Die Installation ist schon weit gereist und war bereits in Berlin an der St. Agnes Kirche sowie am Bühnenturm der Komischen Oper und in Bochum an der Jahrhunderthalle zu sehen. Derzeit leuchtet EUROPA im Zollverein Essen, in Nürnberg Auf AEG, im Tempelmuseum in Etsdorf bei Amberg, sowie erneut in Bochum am Schauspielhaus. Wir freuen uns, dass das Projekt – initiiert von dem Architekturbüro morePlatz – mit der Unterstützung zahlreicher Patinnen und Paten in Hamburg realisiert werden konnte. In diesem Zusammenhang möchten wir zu einer Kunstschau im Kraftwerk Bille laden.

In der Trafohalle präsentierte die Galerie Jochen Hempel eine 3-Kanal-Videoprojektion des Schweizer Künstlers Beat Streuli mit dem Titel Quai de l’Industrie. Fließend und still, stetig und in einem unaufgeregten Rhythmus löst sich ein Bild im nächsten auf. Die Szenen aus Brüssel zeigen jene spezifische Situation, die heute zumindest für den urbanen Menschen als geradezu archetypisch bezeichnet werden kann: wartend am Steuer eines Autos zu sitzen. Beat Streulis Bilder von Menschen, die sich nicht beobachtet fühlen und keinen Grund zur Pose haben, lassen uns teilhaben an einem flüchtigen, sich uns normalerweise entziehenden Moment intimer Selbstversunkenheit im öffentlichen Raum.

In der Kesselhalle ließ der bit.fall von Julius Popp aus Wassertropfen flüchtige Wörter entstehen, die aus mehreren Metern Höhe herabfallen. Der bit.fall ist mit dem Internet verbunden und filtert mittels eines Algorithmus relevante Begriffe heraus, die in diesem Moment mit Nachrichten zum Thema Europa verbunden sind. Die auf den ersten Blick sehr technologische Installation vermittelt auf sinnliche Weise zwischen der digitalen Welt und der analogen Wirklichkeit des Betrachters und visualisiert eindrucksvoll den flüchtigen Datenstrom, der unsere Gesellschaften und Systeme aktuell nachhaltig verändert.

In der Kohlenhalle war die Videoarbeit Die Rückkehr des Hirten der spanischen Künstlerin Cristina Moreno García zu sehen. Die Bilder aus den spanischen Pyrenäen zeigen einen Schäfer, der seine Herde durchs offene Land führt. Die traumähnliche, poetische Stimmung steht dabei im Kontrast zu der gesellschaftspolitischen Situation der spanischen Jugend, mit der sich die Künstlerin hier beschäftigt. Das Video ist eine Allegorie, eine Erinnerung an eine nicht allzu ferne Vergangenheit; die Rückbesinnung auf vorhandene Ressourcen und traditionelle Arbeitsformen als Alternative zu Arbeitslosigkeit und Migration einer perspektivlosen Jugend.

Das Grußwort des Senators Dr. Carsten Brosda auf hamburg.de.

 

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